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    Besser Bio! So wird heute gedüngt

    Besser Bio! So wird heute gedüngt

    Mit dem richtigen Dünger wird der Garten ganz natürlich zu einem blühenden Paradies.

    Lange Zeit galt in vielen Hausgärten die Devise: Man nehme eine Handvoll Kunstdünger, verteile ihn halbwegs gleichmäßig und wässere gut. Die Pflanzen wuchsen, doch der Boden wurde mit der Zeit kaputt. Auch in der Landwirtschaft hat ein Umdenken eingesetzt. Immer mehr Menschen bewirtschaften ihren Grund und Boden biologisch.

    Organische Dünger, also jene, die in einem Biogarten verwendet werden, "füttern" nicht die Pflanzen, sondern die Bodenlebewesen. Erst diese machen aus den ausgestreuten Substanzen Stoffe, die von den Pflanzen aufgenommen werden können. Der große Vorteil dieser Form der Düngung ist es, dass die Pflanzen momentan kein Überangebot an Nahrung erhalten, sondern konstant über einen längeren Zeitraum mit Nährstoffen versorgt werden.

    Während chemische Düngemittel von den Pflanzen sofort aufgenommen werden, benötigt man für die "biologischen" (organischen) Düngemittel ein gesundes Bodenleben.

    Gute Mikroorganismen

    Biologische Mischdünger ("Braunkorn", "Animalin", "up-Dünger" etc.) enthalten alle Stoffe, die für das Wachstum der Pflanzen notwendig sind. Wichtig ist aber für alle organischen Dünger das Bodenleben, denn nur die Mikroorganismen in der Erde machen aus den Düngesubstanzen für die Pflanzen verfügbare Nährstoffe. Der beste und billigste Dünger ist der Kompost: Er sollte – wenn alles richtig gemacht wird – in sechs bis acht Monaten entstehen.

    Es gibt aber noch zahlreiche andere natürliche Düngemittel: Hornspäne sind wohl der bekannteste Langzeitdünger. Sie werden erst von Bakterien, die sich in jeder Erde befinden, umgewandelt. Die Pflanzenwurzeln erhalten dann langsam Nährstoffe für das Wachstum und bleiben kompakt und robust im Wuchs. Gerade letzteres verhindert nämlich den Schädlingsbefall, denn die weichen Pflanzenzellen sind ein ideales Fressen für Schadinsekten. Bewährt hat sich auch Rizinusschrot: Sowohl bei den Zimmerpflanzen als auch bei Balkonblumen und im Gemüsegarten wird Rizinusschrot in die Erde gemischt. Ein rasch wirkender Dünger ist Brennnesseljauche.

    Rezept für Bennnessel-Jauche

    Dazu wird einfach ein Kilogramm frische Brennnessel kleingeschnitten und in einem Plastik- oder Holzfass mit zehn Liter Wasser vermischt. Nach ein bis zwei Wochen beginnt – je nach Temperatur – die Gärung. Die Jauche sollte täglich umgerührt werden. Zum Binden des Gestanks wird Steinmehl aufgestreut. Die Jauche wird im Verhältnis 1:10 verdünnt direkt an die Wurzeln der Pflanzen gegossen. Gibt’s noch kein frisches Kraut, kann man sich auch getrocknete Blätter besorgen und damit die Jauche ansetzen.

    Gab es vor einigen Jahren nur einige wenige organische Rasendünger wie zum Beispiel "Oscorna Rasaflor", so ist die Palette heute fast unüberschaubar.

     

    So entsteht gute Komposterde

    Fertige Komposterde muss nach „Walderde“ duften und sollte so rasch wie möglich verwendet werden. Wichtig ist, dass beim Aufschichten eines Komposthaufens oder beim Befüllen eines Kompostbehälters immer trockene holzige Abfälle (Heckenschnitt) mit wasserhaltigen (Küchenabfälle, Rasenschnitt, etc.) gemischt werden. Zusätzlich können Hornspäne und Gesteinsmehl untergemischt werden. Wird Komposterde länger gelagert, muss sie vor Regen geschützt werden, da sonst die Nährstoffe ausgeschwemmt werden. Ausgereifte Komposterde kann das ganze Jahr über zu den Pflanzen gegeben werden.

    Auf die Gemüsebeete kommt der Kompost entweder im Herbst, noch besser aber erst im Frühjahr. Niemals sollte mehr als zwei Zentimeter Kompost aufgetragen werden. Auch beim organischen Düngen gibt es nämlich ein Zuviel.

    Um zu testen, ob Komposterde reif ist, führt man die Keimprobe durch: Füllen Sie eine Handvoll Erde in einen Blumenuntersetzer und säen Sie Kressesamen aus. Keimt die Kresse dicht und grün, ist die Erde fertig.

    Fallen viele Samen aus oder sind die Blätter gelblich-grün oder verfaulen, muss der Kompost nachreifen.

     

    22.04.2017, 00:05 Uhr

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