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    Am besten schmeckt’s mit Kräutern aus eigenem Anbau

    Für Balkon- und Fensterbank-Gärtner: Jetzt ist die beste Zeit, um Kresse, Dill, Petersilie und Schnittlauch zu kultivieren.

    Wer träumt nicht davon: Ein lauer Sommerabend, Urlaubsträume und dazu Mozarella mit frischem Basilikum. Für Balkon- und Fensterbank-Gärtner ist das kein Problem – Kräuter lassen sich nämlich einfach kultivieren. Die Vorbereitungen dazu werden jetzt getroffen.

    Tontöpfe: Die besten Pflanzgefäße für Kräuter sind Tontöpfe, obwohl man die Pflanzen darin öfter gießen muss. Dafür ist das Klima ausgeglichen und es kommt in den Töpfen aus Ton kaum zu Staunässe. Denn diese ist der Todfeind der Kräuter. Gefäße aus Ton gibt es in allen Formen.

    Geheimtipp Maulwurfserde: Das größte Problem für alle Nicht-Garten-Besitzer ist, an die richtige Erde für die Kräuterzucht zu kommen. Folgende Erdmischung hat sich am besten bewährt: Maulwurfserde (im Frühjahr bei einem Sonntagsausflug leicht zu sammeln – fragen Sie aber den Grundbesitzer!), etwas Anzuchterde aus der Packung, etwas scharfen Flusssand und Walderde als Humusanteil. Alle Teile gut mischen und am Boden der Töpfe zusätzlich eine Schicht Sand einfüllen. Sie können natürlich auch Bioblumenerde aus der Packung verwenden. Da aber die meisten Kräuter „Hungerkünstler“ sind und die Blumenerde stark gedüngt wird, beginnen die Pflanzen übermäßig zu wachsen. Nicht vergessen, dass das Abzugsloch des Topfes mit einem Tonscherben abgedeckt wird, damit es nicht durch Erde verstopft werden kann.

    Düngen: Im Garten ist das Düngen der Kräuter meist kein Problem. Kompost liefert ein gutes Nährstoffangebot. Dazu kommt noch Brennnessel-Jauche und vielleicht ein wenig Langzeit-Dünger in Form von Hornspänen. Der Balkon- oder Fenstergärtner kann ebenfalls nach diesem Vorbild arbeiten: Hornspäne in die Erde mischen (1 Esslöffel voll für einen Topf mit 10 cm Durchmesser) und biologische Blumendünger (z. B. aus Traubenkernen etc.) verwenden. Diesen sollten Sie aber stärker verdünnen, damit die Pflanzen nicht allzu stark wachsen und mehr Aromastoffe entwickeln.

    Gießen: Auch beim Gießen hat der Balkon-Hobby-Gärtner oft Probleme. Regenwasser kann er nicht oder nur schwer sammeln. Damit das Leitungswasser angewärmt und „belebt“ wird, sollte es in Kübeln mehrere Tage auf dem Balkon stehen bleiben.

    Ernte: Geerntet wird bei Bedarf, am günstigsten an einem sonnigen Tag am Vormittag oder frühen Abend. Dann sind die Blätter trocken und die Würzkraft am stärksten.

    Dill & Co: Nicht alle Kräuter sind für die Fensterbank geeignet: diese aber schon: Dill, 
    Basilikum, Estragon, Kerbel, Kresse, Liebstöckel, Melisse, Oregano, Petersilie, Rosmarin, Thymian, Salbei und Schnittlauch.

    Ein Stück vom Glück

    3,6 Millionen Haushalte gibt es in Österreich, 86 Prozent davon haben einen Garten, Balkon oder eine Terrasse. Das geht aus einer Studie des GfK-Marktforschungsinstituts hervor.

    341 Quadratmeter: So groß ist ein Garten im Durchschnitt.

    75 Prozent der Hobbygärtner ziehen Kräuter und Gewürze. Paradeiser stehen laut Umfrage der Agrar Markt Austria unangefochten auf Platz eins. Beim selbst geernteten Obst führen Erdbeeren vor Äpfeln.

    Vier von fünf Gartenbesitzern sehen Gartenarbeit als „wunderbaren Ausgleich“ zu anderen hektischen Lebensbereichen.

     

    Fragen an den Biogärtner

    Ich hab erstmals versucht, Basilikum auszusäen, aber es sind nur ganz wenige Pflänzchen aufgegangen. Der Platz war warm, die Erde frisch – und dennoch kein Erfolg! Was mache ich falsch?

    Ich vermute Sie haben die Samen des Basilikums mit Erde bedeckt. Dieses Kräutlein ist ein Lichtkeimer. Je weniger (Sonnen)-Licht auf das Saatgut kommt, desto geringer ist die Chance, dass die Samen keimen.

    Ich hab mir im vergangenen Jahr vom Urlaub auf Capri ein kleines Rosmarin-Pflänzchen mitgenommen. Kann ich das auch in den Garten setzen?

    Nein, das würde ich nicht machen. Rosmarin – und das hat sich im vergangenen strengen Winter leider allzu deutlich gezeigt – ist bei uns nur ganz, ganz selten winterhart. Vor allem so ein „verwöhntes“ Pflänzchen hätte da gar keine Chance. Am besten in eine sehr kiesige Erde im Topf setzen und ganz kühl und hell überwintern – im Sommer aber in die volle Sonne ins Freie stellen.

    Karl Ploberger, 05.04.2017, 00:04 Uhr

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