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    10 Tipps für das "kleine Gartenglück"

    10 Tipps für das "kleine Gartenglück"

    Blühende Balkone, grüne Hinterhöfe: Längst wird nicht nur am Land, sondern auch in der Stadt eifrig „gegartelt“. Biogärtner Karl Ploberger weiß, worauf man dabei achten sollte.

    Die Zeiten, in denen es nur am Land Gartenfreude gab, sind längst vorbei. Gegartelt wird heute überall – am Balkon, auf der Terrasse, in Hinterhöfen. Urban Gardening nennt man das auf gut Neudeutsch. Karl Ploberger hat zehn Tipps für die "Vitamin-Gärtner" in der Stadt:

    1. Pflanzgefäße
      Ob alte Blechdose, rustikaler Tontopf oder Designer-Pflanzgefäß – das Wichtigste ist die Größe des Topfes und vor allem, dass er ein Wasserabzugsloch besitzt, denn Staunässe ist für alle Pflanzen tödlich! Kunststofftöpfe sind natürlich leichter zu transportieren, die schweren Tontöpfe aber stabiler. Für kreative Bastler sind Holzgefäße (aus Lärche) – etwa als Tischbeet – ideal und dekorativ.
       
    2. Erde
      Nur in einer guten lebendigen Erde gibt es auch gesunde, wuchsfreudige Pflanzen. Daher niemals beim Stubstrat sparen. Allerdings heißt teuer nicht automatisch gut! Wer biologisch gärtnert, nimmt torffreie Erde, die mit organischem Dünger versehen ist. Faustregel: Substrat sollte luftig sein. Presst man es mit der Hand zusammen, sollte es sofort wieder aufquillen.
       
    3. Standorte
      Sonne ist der Motor für das Pflanzenwachstum. Daher sind Südterrassen ideal. Kommt allerdings der Wind dazu, wird das Kleinklima beinahe wüstenhaft. Daher größere Gehölze als Schattierung einplanen. Ganz schattige Hinterhöfe sind die wahren Problemzonen. Hier kann man oft nur noch Kräuter und Salate anbauen.
    4. Pflanzen
      In der vollen Sonne fühlen sich Tomaten und Chili wohl, Gurken lieben Halbschatten, ebenso Pflücksalate. Die mediterranen Kräuter wie Salbei, Rosmarin, Thymian lieben knallheiße Plätze. Die Küchenkräuter, wie Schnittlauch, Petersilie, Dill, Kerbel oder auch Schnittknoblauch mögen einen nie ganz trockenen Boden und Halbschatten. Den größten Sonnen- und Wärmehunger hat Basilikum.
    5. Gießen
      Wie im Garten gilt: durchdringendes Wässern alle paar Tage und dann die Erde wieder (oberflächlich) abtrocknen lassen. In der Hochsaison heißt es aber manchmal auch zwei Mal täglich gießen, wenn Wind und Sommersonne die Erde austrocknen.
    6. Düngen
      Das Um und Auf für den Erfolg. Viele Gemüsearten benötigen viele Nährstoffe (Paradeiser, Gurken, Zucchini, Kürbisse, alle Kohlgewächse). Als Grunddüngung Hornspäne (oder einen veganen organischen Dünger) in die Erde einarbeiten. Nach drei Wochen zunächst ein Mal pro Woche flüssig düngen, später dann zwei Mal. Organische Flüssigdünger immer frisch zubereiten, er beginnt in der Gießkanne zu gären und nicht zu viel gießen, denn die braune Flüssigkeit färbt den Boden.
    7. Ernte
      Nur wer regelmäßig erntet, wird auch längere Zeit einen ansehnlichen Ertrag haben. Schneidet man zum Beispiel bei den kleinen Snack-Gurken nicht ständig die Früchte ab, dann gibt es plötzlich keine neuen Früchte. Bei Tomaten ab Mitte August die neuen Blüten- beziehungsweise Fruchtstände entfernen, denn sie werden nicht mehr reif und kosten Kraft.
    8. Schädlinge
      Ob im 10. Stock oder versteckt im Hinterhof: Schnecken, Blattläuse oder auch Ameisen finden jeden Stadtgarten. Daher wachsam sein und schon zu Beginn einschreiten. Nützlinge tauchen zwar auch hier auf, man muss meist aber nachhelfen. Gegen Schnecken hilft das Bio-Mittel "Ferramol" (auch in der verbesserten Version "compact" erhältlich), gegen Blattläuse Schmierseifenwasser oder fertige Biospritzmittel. Einige wenige Läuse lassen sich auch abstreifen. Ameisen mit Zimtpulver oder Bio-Ameisenstreumitteln vertreiben.
    9. Krankheiten
      Das größte Problem ist meist der Mehltau. Er wird auch als Schönwetterpilz bezeichnet, denn immer dann, wenn es (schwül-)heiß ist, taucht er auf und zwar bei Gurken, Zucchini oder auch Kräutern wie Salbei. Nicht zu übertrieben düngen. Die Pflanzen öfter überbrausen (schwemmt Sporen ab) und Schachtelhalmtee sprühen.
    10. Überwintern
      Bei allen Pflanzen, die man überwintert, ist das das größte Problem: Milde Winter lassen Rosmarin, Salbei und Thymian problemlos im Freien überleben. Ist es "sibirisch", müssen die Pflanzen geschützt werden – am besten in einer Garage, denn zu warme Standorte töten die Pflanzen auch.

    Karl Ploberger, 12.04.2017, 00:05 Uhr

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