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    Einer der kreativsten Köche des Landes gibt Ende Juni Restaurant in Linz auf

    Donauwirtinnen schnappen sich den Spitzenkoch Georg Friedl

    LINZ. Früherer Salzamt-Wirt hat neuen gastronomischen Heimathafen gefunden.

    Eineinhalb Jahre schnupperte Georg Friedl in fremde Kochtöpfe, schaute Schweizer Sterne-Köchen über die Schulter oder gönnte sich ein wenig Ruhe. Nun hat der 46-Jährige aus Feldkirchen an der Donau, der mit regionalen Schmankerln vom "Mühlvierteln im Salzamt" bekannt wurde, eine neue gastronomische Betätigungsstätte gefunden.

    Ab 15. November kocht er als neuer Küchenchef bei den Donauwirtinnen in Alturfahr-West auf. "Es wird Zeit, wieder loszulegen", sagt Friedl. Er folgt Ingo Rietheimer nach, der in die Brasserie im Südflügel des Linzer Schlosses wechselt. Der dort bisher tätige Rudolf Grabner fällt aus gesundheitlichen Gründen bis auf weiteres aus.

    Ur-Mühlviertler Schmankerl

    Friedl wird bei den Donauwirtinnen die Speisekarte behutsam ändern. Vorrangig will das Weihnachtsgeschäft bewältigt werden. Nach und nach werden Köstlichkeiten wie süßes Mühlviertler Koch mit Anis, brauner Butter und Apfel-Quitten-Röster auftauchen, sowie die mit Kräutern versetzten und raffiniert gewürzten Salate, für die Friedl im Salzamt so bekannt war. Krautsalat etwa richtet Friedl mit Zitronenverbene, Koriander und Leindotteröl an. Auch Friedls Erdäpfelnudeln und seine Rindfleischgerichte werden auf der Karte stehen. "Mir sind Regionalität und Saisonalität in Verbindung mit althergebrachten Mühlviertler Rezepten wichtig", sagt Friedl. Selbstverständlich werde alles wie bisher weitgehend bio sein. Auch die bei den Donauwirtinnen beliebten Flammkuchen und das Mittagsmenü werden beibehalten.

    Mit Friedl wird auch das Kuchenangebot breiter werden. Seine Buchweizentorte "Linzer Style" ist ein Klassiker. Für den Tag der heiligen Barbara (4. Dezember) hat sich Friedl bereits etwas einfallen lassen: Es wird einen Barbara-Kuchen mit Kirschblütensirup geben.

    Für Routinier Friedl liegt die Latte hoch. Die Donauwirtinnen, namentlich Tanja Obernberger und Julia Oswald, haben mit dem nun abgeworbenen Rietheimer im Anfang Oktober erschienenen Gourmetführer A la Carte einen Stern bekommen.

    Dies dürfte auch eine Motivation von Brasserie-Chef Thomas Altendorfer gewesen sein, Rietheimer anzuheuern. Der dort bisher tätige Grabner, früher ein Hauben-Garant, hat heuer den Einzug bei Gault Millau und A la Carte verpasst.

    Karin Haas, 08.11.2016, 00:04 Uhr

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